Wustrewe liegt an alter Poststraße

Burg vom 11. bis 13. Jahrhundert

Wer hätte dem kleinen Wustrewe das zugetraut? Der Ort war einst ein beliebter Stopp für Reisende auf der alten Poststraße. 1683 wurde in dem Dorf auf Befehl des Kurfürsten eine Postwärterei mit Ausspann, Wechsel der Zugpferde und Übernachtungsmöglichkeiten eingerichtet. 1871 wurde die Straße zwischen Wustrewe und Kakerbeck gebaut und dabei wurden auch Steine von der Ruine der einstigen Burg zwischen Wustrewe und Winkelstedt verwendet, die vom 11. bis 13. Jahrhundert dort stand. Sie war 40 mal 40 Meter groß und hatte einen Rundturm.
Vor dem Straßenbau war die Strecke in dne Nachbarort Kakerbeck so schlecht, dass die Postkutsche dort regelmäßig stecken blieb und die Bauern sich mit Herausziehen ein Zubrot verdienten.
Wustrewe wurde 1349 das erste Mal urkundlich erwähnt. Die Kirche aus dem Jahr 1783 hatte einen Vorgängerbau. Wertvoll ist der Altar aus dem Jahr 1697.
Auch die Winkelstedter Fachwerkkirche ist ein besonderes Baudenkmal. Sie wurde 1790 gebaut und vom damaligen Patronatsherren Ludolf von Alvensleben finanziert. Die Glocke in dme Gotteshaus stammt aus dem Jahr 1789. Die Form des Ortes als Rundling lässt darauf schließen, das Winkelstedt slawischen Ursprungs ist und zwischen dem 8. und 11. Jahrhundert gegründet wurde.
Der jüngste der drei Orte ist Faulenhorst. Er wurde von Menschen besiedelt, deren Dorf zwischen Winkelstedt und Wernstedt aus unbekannten Gründen aufgegeben wurde.
Die Kirche wurde in den 1930er Jahren gebaut und ist eine der wenigen Kirchen – im ehemaligen Bezirk Magdeburg sind es zwei – die einer politischen und nicht einer kirchlichen Gemeinde gehören. Bis zum Bau des Gotteshauses hatten die Faulenhorster Sitze in der Wernstedter Kirche.

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)

Wissenswertes

Zwischen Winkelstedt und Faulenhorst kann man die Brutkolonie der Graureiher im Kiefernwald beobachten.