Zwei Truppen in der Ortschaft

Genau weiß Wehrleiter Uwe Ritzmann nicht, wann die Winkelstedter Feuerwehr gegründet wurde. Das Datum ist nicht überliefert. Aber: Im Gerätehaus steht eine Handdrucksspritze aus dem Jahr 1900. „Deshalb gehen wir davon uas, dass es seit dme Jahr eine Feuerwehr in Winkelstedt gibt und wir haben 2000 auch das runde Jubiläum gefeiert“, so der Wehrleiter.
Heute hat die Ortsfeuerwehr der Einheitsgemeinde Kalbe 24 Mitglieder, davon 18 Einsatzkräfte. Im 2000 gebauten Gerätehaus steht ein Tanklöschfahrzeug (TLF 16/24). Durchschnittlich drei bis vier Mal im Jahr rücken die Aktiven aus. Oft werden sie wegen ihres Tankfahrzeuges bei Waödbränden mit alarmiert, berichtet der Wehrleiter.
Der Ausbildungsstand in der Wehr könnte aus seiner Sicht besser sein, wie er sagte. Die Truppe habe Nachwuchssorgen. Viele Mitglieder seien älter oder so intensiv in den Arbeitsprozess eingebunden, dass es mit Qualifizierungsmaßnahmen schwierig sei. Geübt wird an jedem zweiten und vierten Sonntag im Monat.
Kinder und Jugendliche aus Winkelstedt und Wustrewe, die sich für die Feuerwehrarbeit interessieren, sind in der Jugendwehr Kakerbeck organisiert. „Das klappt dort konzentriert besser, als wenn jeder mit nur wenigen Kindern arbeitet“, so der Wehrleiter.
Für die zwölf Aktiven des Wustrewer Löschzuges der Winkelstedter Wehr ist Dieter Bessing der Chef. Sein Stellvertreter ist Siegfried Duhm. Insgesamt hat die Wustrewer Truppe 20 Mitglieder. Ausgerüstet ist sie mit einem Löschfahrzeug der Marke Robur und einem Tragkraftspritzenanhänger.
Die Wehrmitglieder bringen sich ins gesellschaftliche Leben ihrer Orte ein, wie etwa mit dem Ausrichten des Osterfeuers oder dem Maibaumaufstellen.

Ein Verein für Dorf und Kirche

Winkelstedter engagieren sich für ihr Gotteshaus

Das die kleine Fachwerkkirche in Winkelstedt sich wieder als ein Kleinod altmarktypischer Gotteshäuser präsentiert, ist einigen engagierten Winkelstedtern zu verdanken. Neben den wuchtigen romanischen Wehrkirchen und den vielfach im 19. Jahrhundert entstandenen neogotischen oder neoromanischen sakralen Neubauten, zeigt sie den im 18. Jahrhundert in der Altmark verbreiteten Fachwerkbaustil. Die Bauweise bedingt aber auch, dass in regelmäßigen Abständen Reparaturarbeiten an Gebälk und Gefachen ausgeführt werden müssen. 2004 stellte der Gemeindekirchenrat deshalb Anträge auf Förderung für die Sanierung des Gotteshauses. 2006 wurden sie bewilligt und 2007 konnte für eine Summe von 22 000 Euro mit ersten Arbeiten begonnen werden. In jenem Jahr gründete sich auch ein Förderverein für die Dorfkirche, denn es wurde schnell deutlich, dass weitere umfangreiche Sanierungsarbeiten erfolgen müssen. 15 Gründungsmitglieder sorgten dafür, dass der Verein 2008 ins Vereinsregister eingetragen und damit arbeitsfähig wurde.
„Verein und Gemeindekirchenrat bilden eine Symbiose. Vereine haben andere Möglichkeiten, Fördergeld zu beantragen“, erklärt sie Gemeindekirchenratsvorsitzende von Winkelstedt, Ingrid Bösener. Sie ist gleichzeitig als Schriftführerin Vorstandsmitglied im Verein. Weiterhin gehören der Vorsitzende Uwe Ritzmann, sein Stellvertreter Jörg Rahmsdorf und Schatzmeisterin Silke Uhde zur Vereinsspitze.
Mit Unterstützung aus verschiedenen Fördertöpfen wie von Lotto-Toto und aus der Dorferneuerung, einer größeren Summe von der Gemeinde und mit Mitteln aus dem Kirchenbaulastfonds gelangen die Dach- und Turmsanierung. „Natürlich haben wir auch nicht unerhebliche Eigenmittel beigesteuert. Und viele Winkelstedter haben für ihre Kirche gespendet. Es war wirklich toll, was da zusammen gekommen ist“, sagt die Kirchenälteste.
Zudem hätten die Vereinsmitglieder und viele weitere Winkelstedter bei kleinen Arbeiten, wie dem Streichen der Fugen, und bei mehreren Aufräumaktionen geholfen. Dieses Engagement der Winkelstedter zeige, dass die Investitionen in das Gotteshaus gewollt seien. „Die Kirche gehört eben zum Dorf“, so die Kirchenratschefin. Die Vereinsmitglieder wollen sich aber auch für das Dorfleben einsetzen.
Als Nächstes soll die Fachwerkwand der Kirche zum Dorfplatz saniert werden. „Die Unterstützung des Kirchenbauamtes dabei könnte größer sein“, merkte der Vereinsvorsitzende an. Ein Schock sei für die Vereinsmitglieder die Auflage der Denkmalbehörde, für Malerarbeiten ein Gutachten von rund 2500 Euro anfertigen zu lassen. Deshalb sei das Vorhaben erst einmal zurück gestellt.

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)