Jugendarbeit wird großgeschrieben

Feuerwehr gibt es seit 77 Jahren

Die Wernstedter Feuerwehr wurde 1933 gegründet. Wehrleiter ist Volker Rakow. 27 aktive Mitglieder wirken in der Wehr mit, davon acht Frauen. Sie sind mit einem Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) und einem Mannschaftstransportfahrzeug ausgestattet.
Sehr viel Wert wird schon immer auf die Jugendarbeit gelegt. Zum 15. Mal richteten die Wernstedter Wehrleute in diesem Jahr den Pokallauf für die Jugendwehren im Gebiet des Gardelegener Feuerwehrverbandes und darüber hinaus aus. Für die Jungen und Mädchen der Wernstedter Jugendfeuerwehr ist Diana Pennigstorff die Ansprechpartnerin. Jeden Freitag treffen sie sich um 16 Uhr am Gerätehaus, um zu üben und etwas Neues zu lernen. Dabei gibt es eine enge Zusammenarbeit mit der Kalbenser Jugendwehr. Wer mitmachen möchte, ist immer Freitags zur genannten Zeit willkommen.
Einen guten Kontakt halten die Wernstedter zu ihrer Partnerfeuerwehr in Duttenstedt bei Peine in Niedersachsen. Es gibt regelmäßige Treffen mit einem intensiven Erfahrungsaustausch.

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)

Pferde tragen den Namen Wernstedts

Hans-Jürgen Schulz ist Kaltblutzüchter

Sie tragen den Namen Wernstedts hinaus in die Welt. Zumindest in die Welt der Pferdeleute: die Kaltblüter von Hans-Jürgen Schulz. Erst jüngst sorgte ein Spross aus der Zucht des Wernstedters für Furore. Antonio von Wernstedt, ein Sohn des Hengstes Amethyst von Wernstedt, war überragender Sieger der mittel- und norddeutschen Kaltblutkörung in Krumke und wurde vom Fleck weg vom Landgestüt Moritzburg gekauft. Auch in seiner neuen Heimat sorgte der Zweieinhalbjährige aufgrund seiner Ausdrucksstärke bereits für Schlagzeilen. „In diesem Jahr den besten Hengst aus fünf Bundesländern gezogen zu haben, macht mich schon ein bisschen stolz“, sagte der Wernstedter. Mit 13 gekörten Hengsten seit 2000, davon acht aus eigener Nachzucht, gehört er zu den erfolgreichsten Pferdezüchtern der Altmark. Zweimal stellte er den Siegerhengst, einmal den Reservesieger. Zu seinem Stutenbestand gehörten und gehören acht Verbands- und Staatsprämienstuten, die meisten sind selbst gezogen.
Artgerecht leben die Pferde auf den ausgedehnten Weideflächen des Landwirtschaftsbetriebes mit 100 Hektar Grünland. Nach unbeschwerter Jugend – die Hengste wachsen in Gruppen in ganzjähriger Weidehaltung auf – lernen es alle Pferde bei Hans-Jürgen Schulz im Gespann zu gehen. Rund 1000 Kilometer im Jahr legt er mit seinem Kremser zurück. Die Touren sind zwischen 25 und 50 Kilometer lang. „Die Kaltblüter können stundenlang im Schritt gehen, ohne zu ermüden. Es sind halt Schrittpferde“, so der Wernstedter. Gegen eine Trabstrecke oder einen ruhigen Galopp sei natürlich nichts einzuwenden, aber er möge es nicht, wenn er Kaltblüter in Rennen sehe. „Das gibt ihre Anatomie nicht her“, sagte der Züchter.
Er ist als Kind mit Pferden aufgewachsen und betreute später die Kaltblutzucht der LPG Engersen mit. 1995 machte er sich mit seinem Landwirtschaftsbetrieb selbstständig und begann mit der Kaltblutzucht. „Die Menschen sollten nie vergessen, was sie den Pferden zu verdanken haben“, so Schulz. Die Tiere begleiteten seit Jahrtausenden mit ihrer Zugkraft und als Reittiere die Menschheit.

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)

Ritter verschenkte Wernstedt an Stift

Etwas aus der Historie

Eine beabsichtigte Schenkung der Gebrüder von Cröchern ist die erste bekannte urkundliche Erwähnung Wernstedts. Es wurde vom damaligen Markgrafen Waldemar an die mit der Familie von Wernstedt befreundeten von Cröchern belehnt. 1318 erlaubte der Markgraf, dass Ritter Johann von Cröchern den Ort Wernstedt dem Kloster zum Heiligen Geist in Salzwedel schenkt, was 1321 vollzogen wurde. 1540 gelangte das Dorf zurück in weltlichen Besitz.
Die Kirche wird 1507 als Cappele zu Wernstede das erste Mal genannt. Die ursprüngliche romanische Feldsteinkirche scheint genau wie das Dorf älter zu sein. Darauf deutet die typische Bauweise hin, die in das 12. bis 13. Jahrhundert zu datieren ist. Das Gotteshaus erlebte im 18. Jahrhundert eine Umgestaltung im Stile des Rokoko-Klassizismus. Der preußische Hofbaumeister Friedrich Wilhelm Diterichs (1702-1784) war federführend tätig. Teile der ursprünglichen Feldsteinpflasterung des Fußbodens deuten auf den Ursprung der Kirche hin.
Eine ausführliche Chronik der Dorf- und Schulgeschichte Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts hat der Lehrer Karl-Fritz-Franz Ehrecke verfasst. Aus seinen Aufzeichnungen ist auch bekannt, dass 1919 an der damals neu errichteten Schule und jetzigen Kindertagesstätte der große Nussbaum gepflanzt wurde, der als Naturdenkmal dort stand und vor einigen Tagen aus Sicherheitsgründen gefällt werden musste. Die Einwohnerzahl belief sich seit 1840 immer auf um die 250. 1989 waren es 255 Einwohner, und aktuell leben 215 Menschen in Wernstedt.
2009 gab die Gemeinde Ihre Eigenständigkeit auf und schloss sich mit fünf weiteren Kommunen und der Stadt Kalbe zur Großgemeinde Kalbe zusammen. Seit 1. Januar dieses Jahres gehört Wernstedt zur Einheitsgemeinde Stadt Kalbe (Milde).

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)

Spielleute absolvieren rund 30 Auftritte

Muzikzug besteht seit 1955

Seit 1955 mit kurzer Unterbrechung wird in Wernstedt Musik gemacht. Der Spielmannszug der Feuerwehr, der sich in den 60er Jahren mit den Spielleuten aus Engersen zusammenschloss, hat aktuell 29 Mitglieder, darunter fünf Nachwuchsspieler. Nachdem 1997 nur acht Spielleute übrig waren, wurde 1998 mit 16 Mitgliedern neu gestartet. 25 bis 30 Auftritte absolvieren sie im Jahr und sind bei vielen Anlässen vom Schützenfest bis zum Karnevalsumzug zu erleben. Ältestes Mitglied ist mit 80 Jahren Stabführer Günter Krekow, Jüngste ist Marieke Stegert. Weitere Mitstreiter jeden Alters sind willkommen, so die Vorsitzende Nicole Wernecke.

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)

Verein erhält die Villa Kunterbunt

Kindertagesstätte bereichert das Dorfleben

Als die Kindertagesstätte in Wernstedt 1997 aus wirtschaftlichen Gründen schließen sollte, wollten einige Eltern das nicht hinnehmen. Sie gründeten einen Trägerverein, um die Kita im Ort zu erhalten. Seitdem wird die Villa Kunterbunt in privater Trägerschaft geführt.
Erste Vereinschefin war Cornelia Schulz, seit vielen Jahren führt inzwischen Nicole Wernecke als Vorsitzende die Geschäfte. Aktuell hat der Verein 14 Mitglieder. Sie rekrutieren sich in der überwiegenden Zahl aus den Eltern , die ihre Kinder in der Einrichtung betreuen lassen, die von Kerstin Hinz geleitet wird. Finanziert wird die Kita aus Elternbeiträgen, Zuschüssen vom Land und dem Defizitausgleich durch die Gemeinde. Momentan werden 15 Jungen und Mädchen von drei Erzieherinnen betreut, zudem ist eine Reinigungskraft in der Kita tätig.
„Ziel war damals, die Betreuung vor Ort und das Dorfleben zu erhalten“, sagte die Vorsitzende. Und so sind die Kinder bei allen Dorffesten gern gesehene Gäste und tragen mit kleinen Programmen zur Unterhaltung bei. Ebenso werden, wenn in der Kita etwas los ist, immer alle Dorfbewohner mit eingeladen, berichtete Wernecke.

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)