Wissenswertes

Klein Engersen ist ein Ortsteil der Ortschaft Engersen.

In Klein Engersen „engerbu parvum“ wird die Bauernfahne aus dem Jahr 1674 in der Feldsteinkirche aufbewahrt.
Schlicht und bescheiden präsentiert sich die im 12. Jahrhundert als Wehrkirche errichtete Feldsteinkirche von Klein Engersen ihrem Betrachter. Die großen, Ende des 17. Jahrhunderts eingebauten Fenster haben ihr das wehrhafte Aussehen genommen. Auch der aufgesetzte Ziegelturm entstand im Baustil jener Zeit.
Im Innern der Kirche fällt der Blick auf einen, die ganze Wand des Chorraumes einnehmenden Kanzelaltar. Seine Säulen und sein Giebeldach weisen darauf hin, dass er im Stil der Renaissance errichtet wurde.
Die Renaissance, auf gut deutsch die Wiedergeburt, begann im 14. Jahrhundert in Italien. Über Frankreich gelangte sie schließlich auch nach Deutschland. Da sich dieser Baustil in Deutschlad bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts hielt, ist das Entstehungsjahr des Kanzelaltars heute auch nicht mehr feststellbar.
Erst auf den zweiten Blick entdeckt man die Bauernfahne neben der Kanzel. Eine Urkunde an der Wand gibt darüber Auskunft.

Sie lautet:
Zur Nachricht diene, daß gegenwärtige Fahne vom Jahre 1675 zum heutigen Tage auf dem Ackerhofe Nummer 1 allhier, welcher bis daher zugleich der Lehnschulzenhof gewesen, aufbewahret wurden ist. Am heutigen Tage, wo das 50jährige Jubiläum der Erhebung des Preußischen Volkes im Jahre 1813 gefeiert wurde, wurde dieselbe von der jetzigen Besitzerin obengedachten Ackerhofes, der verwitweten Schulze Anna Elisabeth geb. Garz, bereitwillig der Gemeinde überlassen, um bei dem Aufzuge gebraucht zu werden, der vor den alten Kriegern aus Jahren 1813 bis 1815 von den Landwehrmännern gehalten wurde. Sie wurde jedoch von diesem Tage an nicht wieder an ihren früheren Aufbewahrungsort zurückgebracht, sondern in der Kirche aufgehangen, zum Erinnerungszeichen für jedermann, wie das Preußische Volk von jeher seinem Fürsten mit Gut und Blut zu dienen bereit war.

Klein Engersen, den 17.März 1863

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)