Aus Hessen in die Altmark

Faulenhorsterin ist mit außergewöhnlicher Geschäftsidee im Tourismus erfolgreich

Eine Faulenhorsterin hat eine in der Altmark einmalige und eher außergewöhnliche Geschäftsidee mit Leben erfüllt. Sie bietet Planwagentouren in der Region an. Auch Menschen, die noch nie mit Pferden zu tun hatten, lenken dabie in ihrem Urlaub brave Kaltblüter über Feldwege und Straßen. Jetzt im Winter haben die Pferde Ferien.

„Die freie Zeit haben sich die Pferde verdient“, sagt Nenny Albold. Die Faulenhorsterin bietet seit gut fünf Jahren Planwagentouren an. Die Idee findet immer mehr Anklang, vor allem bei Stadtmenschen. Sie sind begeistert von der Altmark, der beschaulichen Geschwindigleit des von einer Pferdestärke gezogenen Gefährts und dem ruhigen Klipp-Klapp der Pferdehufe, wie sie vielfach in das Gästebuch auf der Internetseite von Nenny Albold geschrieben haben.
Ihre Pferde sind fünf stämmige Kaltblüter. Das Ziehen der Planwagen mache ihnen gar nichts aus, auch nicht, jeden Tag etwa 15 Kilometer von einer Station zur nächsten zu laufen. Ihre Kaltblütigkeit, sprich Gemütsgeduld, müssen die Pferde unter Beweis stellen, wenn immer wieder fremde Menschen mit ihnen umgehen und davon einige, die höchstens schon einmal auf einem Rummelpony gesessen haben und die Vierbeiner vornehmlich aus Westernfilmen kennen, berichtet Albold.
„Wir können für die Touren nur Pferde nehmen, die absolut verlässlich sind“, erzählt die Faulenhorsterin. Verlässlich bedeutet in dem Fall, dass die Pferde ihrem normalen Verhalten – als Herdentiere ihr Heil in Flucht zu suchen – abschwören. Nichts darf sie erschrecken, und wenn sie doch einmal scheuen, dürfen sie nicht einfach loslaufen, denn das würde die Laien an den Leinen überfordern.
Bis jetzt sei noch jeder mit ihren braven Dicken zurechtgekommen, berichtet die Faulenhorsterin. Die stolzen Kommentare der Planwagenfahrer bestätigen dies. Nach einer gründlichen und ausführlichen Einweisung startet die jeweilige Tour, wobei es auf den ersten Kilometern noch fachkundige Begleitung gibt, aber irgendwann sind die Abenteurer allein in den Weiten der Altmark unterwegs. Gut ausgeklügelte Routen, übersichtliches Kartenmaterial und Stationen, an dennen die Planwagenfahrer und ihre Zugtiere rasten können sorgen für einen entspannten Urlaub. Falls etwas Unvorhergesehenes passiert, gibt es eine Telefonnummer, unter der Nenny Albold immer zu erreichen und dann sofort für die Planwagenfahrer da ist.
Auf die Idee mit den Planwagenfahrten ist sie aus eigenem Erleben gekommen. Mit ihrer Familie machte sie im Urlaub solche Touren in Irland. Nach Irland dürfe aber niemand seine Hunde mitnehmen. „Und viele Leute wollen ihre Hunde im Urlaub dabei haben“, so Albold. Gemeinsam mit einer Freundin hat sie deshalb in Apenburg das projekt mit Unterstützung aus EU-Fördertöpfen aufgebaut. „Es gibt kaum ein Gebiet in Deutschland, in dem es so viel Gegend gibt“, sagt die 52-Jährige mit einem Schmunzeln und spielt damit Weitläufigkeit und dünne Besiedlung der Altmark an. Genau das lieben auch sie und ihre Familie an ihrer Wahlheimat. Aus Hessen kamen sie vor 15 Jahren nach Faulenhorst und fühlen sich seit langem dort heimisch. Ein Bauernhof mit einem altmarktypischen Fachwerkhaus sind ihr Zuhause.

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)

Jugendarbeit wird großgeschrieben

Feuerwehr gibt es seit 77 Jahren

Die Wernstedter Feuerwehr wurde 1933 gegründet. Wehrleiter ist Volker Rakow. 27 aktive Mitglieder wirken in der Wehr mit, davon acht Frauen. Sie sind mit einem Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) und einem Mannschaftstransportfahrzeug ausgestattet.
Sehr viel Wert wird schon immer auf die Jugendarbeit gelegt. Zum 15. Mal richteten die Wernstedter Wehrleute in diesem Jahr den Pokallauf für die Jugendwehren im Gebiet des Gardelegener Feuerwehrverbandes und darüber hinaus aus. Für die Jungen und Mädchen der Wernstedter Jugendfeuerwehr ist Diana Pennigstorff die Ansprechpartnerin. Jeden Freitag treffen sie sich um 16 Uhr am Gerätehaus, um zu üben und etwas Neues zu lernen. Dabei gibt es eine enge Zusammenarbeit mit der Kalbenser Jugendwehr. Wer mitmachen möchte, ist immer Freitags zur genannten Zeit willkommen.
Einen guten Kontakt halten die Wernstedter zu ihrer Partnerfeuerwehr in Duttenstedt bei Peine in Niedersachsen. Es gibt regelmäßige Treffen mit einem intensiven Erfahrungsaustausch.

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)