Kakerbeck, Jemmeritz und Brüchau

Die Ortsteile im Überblick

  • LAGE: im Westen der Einheitsgemeinde Stadt Kalbe (Milde) an der B71
  • EINWOHNERZAHL: Kakerbeck mit 685 Einwohner, Brüchau mit 174 Einwohner und Jemmeritz mit 108 Einwohner
  • ORTSBÜRGERMEISTER: Herr Ulf Kamith (Sprechzeiten nach Vereinbarung)
  • SOZIALE EINRICHTUNGEN: Kindertagesstätte Zwergenland, Leiterin Martina Ebeling
  • Sport-und Reithalle
  • Dorfgemeinschaftshäuser Kakerbeck und Brüchau
  • Bibliothek im Dorfhaus Kakerbeck
  • KIRCHENGEMEINDE: zuständiges evangelisches Pfarramt Kalbe, Pfarrer Dieter Borchert; Gemeindepädagogin: Susanne Ullah-Pothmann Pfarrhaus Kakerbeck

Wissenswertes

Bis Ende 2009 bildete Kakerbeck mit den Ortsteilen Brüchau und Jemmeritz sowie den Wohnplätzen Altjemmeritz und Ziegelei Brüchau eine eigenständige Gemeinde. Heute ist Kakerbeck ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Stadt Kalbe (Milde).
Kakerbeck gehörte bis 1391 zur Altmark und kam anschließend zum Herzogtum Lüneburg. Erst seit 1815 ist Kakerbeck endgültig preußisch. Bis 1896 war es der Knotenpunkt in Postsachen. Zweimal täglich erreichte man die Post von Gardelegen und Salzwedel, einmal täglich ging sie nach Klötze, Jeetze, Rohrberg, Beetzendorf und Kalbe (Milde).

Brüchau ist ein Ortsteil der Ortschaft Kakerbeck und zwischen Salzwedel und Gardelegen ca. 3 km an B71 auf L20 liegend.
Über den Höhenrücken erreichen wir Brüchau, das alte Rundlingsdorf zwischen Kiefernheide und Großem Buch, die Niederungen von Untermilde und Augraben. Der Dorfplatz und die Kirche sind von alten Bäumen umstanden.

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)

Aus Kokenbeke wird Kakerbeck

Winterlandschaft

Es wird angenommen, dass Kakerbeck in der Zeit als die Sachsen – ein Bauernvolk aus dem Norden- in die Altmark kamen (600 bis 800 v. Chr.) besiedelt wurde. Dörfer mit Endungen -dorf, -feld, -berg und -beck (Bach) seien von ihnen gegründet worden, berichtet Otto Beckmann, der sich intensiv mit der Geschichte seines Heimatortes befasst. Vermutlich nach dem an bestimmten Stellen brodelnden Wasser des Mühlenbachs bekam es den Namen Koken (plattdeutsch kochen) und Beke: Bach. Später wurde daraus Kakerbeck. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1394, als Albert von Alvensleben und Heinrich Eikendorp ihn wegen ihrer Gefangenschaft den Herzögen Bernhard und Heinrich von Braunschweig „verkaufen und überlassen.“
Die Kirche hat ihren Ursprung Anfang des 13. Jahrhunderts, nach anderen Quellen bereits Ende des 12.Jahrhunderts. Von diesem spätromanischen Bau ist jedoch nur der westlich des Kirchenschiffs befindliche Westquerturm erhalten geblieben. Der Turm verfügt über Schallöffnungen in Rundbogenform und wird von einem Satteldach abgeschlossen. Die Westwand und die Wände wurden im 19. Jahrhundert ausgebessert. Bis Ende 2009 bildete Kakerbeck mit den Ortsteilen Brüchau und Jemmeritz (1973 eingemeindet) sowie den Wohnplätzen Altjemmeritz und Ziegelei Brüchau eine eigenständige Gemeinde, die Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Kalbe und später der Verwaltungsgemeinschaft Arendsee-Kalbe war.

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)

Kakerbeck

Verein für die Wehr

Einsätze hauptsächlich auf der B71

Am 18. März 1932 wurde die Kakerbecker Feuerwehr gegründet. Heute hat sie 112 Mitglieder davon 36 Aktive. Zwölf Jugendliche sind in der Jugendwehr aktiv, die vor kurzem erst ihr 20-jähriges Bestehen feierte. Das Haupteinsatzgebiet der Feuerwehrleute ist die B71. Vielfach müssen die Aktiven bei Unfällen ausrücken, um Hilfe zu leisten. Etwa 10 bis 15 Mal im Jahr wird die Wehr alamiert, berichtete Wehrleiter Ulf Kamieth. Die Feuerwehr ist technisch gut ausgestattet und verfügt über ein Löschfahrzeug 8/6 und das Dekontaminationsfahrzeug. 2009 wurde das neue Gerätehaus eingeweiht. Zur Brüchauer Löschgruppe gehören zwölf Aktive, die mit ihrem Löschfahrzeug (LF8) und einem Schlauchwagen ihren Dienst versehen. Die Brüchauer sind besonders für ihre guten Leistungen bei Wettkämpfen bekannt. 2005 wurde der Förderverein für die Feuerwehr gegründet. Er hat ebenfalls 112 Mitglieder und unterstützt die Arbeit der Feuerwehr. Vorallem die gesellschaftlichen Aktivitäten: Unterstützung beim Kartoffelfest, Osterfeuer, Weihnachtsmarkt, das Weihnachtsbaumverbrennen und der Wettkampf in Güssefeld.

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)

Größter Verein

Vier Sektionen im TuS Blau-Weiß

Der größte Verein im Ort ist der Turn- und Sportverein Blau-Weiß. 137 Mitglieder sind darin organisiert. Vorsitzender sind Günter Benesch, seine Sektionsleiter Horst Schernikau (Fußball) und Jörn Lindengrün (Reiten). Weitere Sektionen sind zwei Frauensportgruppen, die sich regelmäßig zur Gymmnastik treffen, und die Volleyballer. Den Verein gibt es seit 90 Jahren. Ein besonderer Erfolg war in jüngerer Zeit der Gewinn des Landesmeistertitels der D-Jugend. Zu den großen Veranstaltungen gehören der jährliche Herbstcross mit rund 600 Beteiligten und das im Zwei-Jahresrhytmus stattfindende Reit-und Fahrtournier.

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)

Ehrgeizige Projekte

Kirche in Kakerbeck

Heimatverein engagiert sich

Klein aber fein ist der Kakerbecker Heimat- und Kulturförderverein, unter Vorsitz von Alfred Lötge. Er ging 2002/2003 aus dem Glockenverein hervor. Der hat dafür gesorgt, dass die Kakerbecker Kirche wieder eine zweite Glocke hat, der Glockenboden erneuert und ein elektrisches Läutewerk eingebaut wurde. Ein weiteres ehrgeiziges Projekt haben die Mitglieder 2008 umgesetzt. Die drei Gedenksteine für die Gefallenen der Kriege wurden instand gesetzt. Aufwendig war die Sanierung des Denkmals für die Verstorbenen des Krieges 1860 und 1870/71. 20 000 Euro aus Spenden, von der Gemeinde und aus Fördergeldern wurden aufgebracht.

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)

Stets flotte Rhythmen

Für Musik zu verschiedenen Anlässen sorgt in Kakerbeck der Spielmannszug der Feuerwehr. 1952 gegründet und zwischenzeitlich aufgelöst, wurde er 1994 wiederbelebt. Momentan sind 27 Spielleute aktiv, darunter viele Kinder ab einem Alter von 8-9 Jahren. Geübt wird jeden Mittwoch im Dorfgemeinschaftshaus. Beim Karneval, zu privaten Jubiläen, beim Kameradschaftsabend der Feuerwehr oder beim Fackelzug gibt es die flotten Rhythmen zu hören. Auch Landesmusikertreffen oder an Sachsen-Anhalt Tagen nehmen die Musiker teil, wie Vorsitzender Walter Kamith berichtete.

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)

„Immer hinein“ in den Karneval

Narren starten am 11.11. durch

„Immer hinein“ rufen die Kakerbecker Karnevalisten. Die Kakerbecker Karnevalgesellschaft (KKG) Blau-Weiß wurde 1952 gegründet und 1958 nach Auflagen der DDR-Politik wieder eingestellt. 1996 gab es eine Neugründung. Neben dem Elferrat gibt es die Prinzengarde, die Funken und Kindertanzgruppen. Rund 80 Aktive wirken an den Programmen mit. Die 36 Mitglieder werden vom Vorsitzenden Torsten Muck und Präsident Gerhard Michaelis angeführt. Immer im November gibt es die Proklamation des Prinzenpaares und ein kleines Programm im Vereinsheim, der ehemaligen Schulküche.

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)

Jemmeritz

Kroneneiche Jemmeritz

Touristisch attraktiver Ortsteil

Jemmeritz wird erstmals im Alvenlebenschen Lehensbrief erwähnt. Dieser stammt aus dem Jahr 1392. Die Endung -itz deutet auf einen wendischen, also slawischen Ursprung hin, was wie bei Kakerbeck Bach bedeuten könnte, denn auch Jemmeritz liegt an der Beke (Mühlenbach). Im Mittelalter gehörte Jemmeritz zur Mark Brandenburg und zum Bistum Verden. Im 17. und 18. Jahrhundert war die Familie Alvensleben Gutsbesitzer in Jemmeritz. Später wurde der Besitz unter den Bauern aufgeteilt. Heute ist Jemmeritz vor allem wegen seiner landschaftlich schönen Lage ein beliebter Wohnstandort. In jüngerer Zeit gab es vier Hochzeiten im Ort, drei Babys wurden geboren.
Das Jemmeritzer Moor wurde 1978 unter Naturschutz gestellt. Es ist 20,56 Hektar groß und rund 1,5 Kilometer vom Ort entfernt. Unter Naturschutz steht auch die berühmte alte Eiche im Alt-Jemmeritz. Ihr Kronenumfang beträgt 10,50 Meter, der Kronendurchmesser 32 Meter, der Stammumfang 7,70 Meter, der Stammdurchmesser 2,40 und die Höhe 29,00 Meter. Ihr Alter wird auf 600 – 1000 Jahre geschätzt.
Weitere touristische Attraktion ist die Wassertretstelle, außerdem gilt Alt-Jemmeritz als Wandernest. Schon mehrfach beteiligte sich der Ort am Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“.

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)

Kroneiche Jemmeritz

Alte Eiche

Jemmeritz ist ein Ortsteil der Ortschaft Kakerbeck. Über die B71 gelangt man durch das Landschaftsschutzgebiet nach Jemmeritz, welches malerisch mitten im Wald liegt. Die uralte Eiche und ein Riesenfindling sind beeindruckende Naturdenkmale.

Schlossruine Jemmeritz

Schlossruine Jemmeritz

In den zwanziger Jahren baute der letzte Besitzer des Gutes Reinicke, seines Zeichens Diplom-Ingenieur, Weltreisender und mehrfacher Millionär aus Chicago, ein kleines Schloss zwischen der Bäke und dem letzten Hügel der Hellberge. Gelegentlich kam er mit seinem feudalen Kraftwagen (er hatte mehrere, darunter Marken wie Horch, Lincoln u. Maibach) auf Stippvisite und suchte Ruhe in der „Rosen-Villa“. 1945 wurde das Schloss geplündert und teilweise abgerissen. Wer heute eine Wanderung um Jemmeritz macht, der steht plötzlich vor einem „verwunschenen“ Schloss.

weitere Informationen über Jemmeritz finden Sie HIER

Brüchau

Brüchauer packen Probleme an

Freundeskreis will mitgestalten / Vereinsvorstellung am 30. Oktober 2010

Die Brüchauer verstehen es , Probleme anzupacken. Sei es beim Bau der Garage für das Feuerwehrauto oder bei der Sanierung der Kirche. Auch mit einer Altlast in der Nähe des Dorfes wollen sie sich nicht abfinden. Auf ihren Protest hin, wurden umfangreiche Untersuchungen an der Bohrschlamm Deponie Silbersee eingeleitet. Und mit großer Hartnäckigkeit schafften sie es, aus den Containern des ehemaligen Jugendklubs Kackerbeck ein schmuckes Dorfhaus zu machen. Im August 2010 wurde der Freundeskreis Brüchau gegründet, der das Dorfleben aktiv mitgestalten will. Am 30. Oktober 2010 stellte sich der Verein vor.

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)