Jeggeleben, Zierau, Mösenthin und Sallenthin

Die Ortsteile im Überblick

  • ZUGEHÖRIGKEIT: Die Ortschaft Jeggeleben mit ihren Ortsteilen Mösenthin, Sallenthin und Zierau gehören seit 1. Januar 2011 zur Einheitsgemeinde Kalbe.
  • EINWOHNERZAHLEN: Jeggeleben 104 Einwohner, Mösenthin 31 Einwohner, Sallenthin 132 Einwohner und Zierau 127 Einwohner, insgesamt sind es 394 Einwohner
  • LAGE: Die Ortschaft liegt auf einer Höhe von 59 Meter über dem Meeresspiegel und hat eine Fläche von 19,95 Quadratkilometern
  • ORTSBÜRGERMEISTER: Herr Ulf-Henrik Lühmann
  • ORTSWEHRLEITER: Herbert Manske
  • SEHENSWÜRDIGKEITEN: Tiergehege Ausflugsgaststätt „Feine Sache“; Bockwindmühle aud dem Jahr 1755
  • KIRCHEN: Jeggeleben – frühgotische Feldsteinkirche, Sallenthin – Wehrkirche aus dem 14. Jahrhundert, Turm aus Eichenfachwerk von 1896, Mösenthin – kleiner Feldsteinbau mit Dachtürmchen und Schnitzaltar aus dem 15. Jahrhundert, Zierau – spätromanische Feldsteinkirche, bauliche Veränderungen im 19. Jahrhundert
  • KIRCHENGEMEINDE: zuständiger Pfarrer ist Andreas Henke, Apenburg (039001-277); Kirchspiel Winterfeld, mit Mösenthin und Sallenthin, Kirchspielvorsitzende Waltraud Grothe, Kirchspiel Jeggeleben und Zierau, Vorsitzende Elisabeth Lühmann
  • VEREINE: Männergesangsverein Jeggeleben und Mühlenverein Zierau

Historisches aus den Orten

Wird die erste urkundliche Erwähnung zugrunde gelegt, ist Mösenthin das älteste Dorf der vier Ortsteile. 1160 hatte es den slawischen Namen musitin. Im Laufe der Jahre verändert sich der Name , der soviel wie Dammstraße bedeutet, mehrmals, bis schließlich in einem Dokument aus dem Jahr 1375 erstmals moesenthin oder mösentin auftaucht. In einem Lehnbrief ist vermerkt, das der Ort 1420 wüst war. Aber schon 1444 gibt es wieder Aufzeichnungen der von Schulenburg, die mit den Bauern Verträge über Holz und Wiesen schlossen.

Graf Siegfried von Osterburg hatte Jeggeleben vom Sankt Ludgerikloster in Helmstedt als Lehen erhalten. Daher stammt die urkundliche Ersterwähnung 1238. Der hieß damals Jegeleve. Im 14. und 15. Jahrhundert gabe es gleich mehrere Leute und Pastoren, die von Jeggeleben hießen.

Zierau hieß während seiner urkundlichen Ersterwähnung 1321 sirow. Der Name leitet sich vermutlich von Bickbeere -Heidelbeere- ab.

1370 trat dann Sallenthin erstmals urkundlich in Erscheinung. Die Endung -thin lässt darauf schliessen, dass es wendischen Ursprungs ist. In Plattdeutsch heißt der Ort Saintin. Mehr über die geschichtliche Entwicklung der vier Dörfer, die heute die Ortschaft Jeggeleben bilden, ist in einer umfangreichen Chronik nachzulesen, die von Heike Banse geführt wird. Das Werk enthält interessante Details aus der Geschichte der Kirchen und Ereignisse aus jüngster Zeit, die für die Nachwelt erhalten werden. Die Chronistin unterstützt auch Vereine und Feuerwehr bei der Erfassung ihrer Chroniken.

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)

Jeggeleben

Drei Wehren sind zusammengewachsen

32 aktive Feuerwehrfrauen und -männer

Aus drei mach eins. Das hieß es 2006 für die Feuerwehren Jeggeleben, Sallenthin und Zierau. Sie wurden zu einer Wehr zusammengelegt. 86 Mitglieder hat die Ortsfeuerwehr, davon 32 aktive Männer und Frauen, berichet der Wehrleiter. Der schwerste Brand, zu dem sie in jüngerer Zeit ausrücken mussten, war der Schafstall, der im vergangenen Jahr in Flammen aufging. Ereignisse, an die sich die Wehrleute ebenfalLs noch gut erinnern, waren der Bus, der in ihren Einsatzgebiet ausbrannte, und das Feuer im Motorradclub. Gegründet wurde die Jeggelebener Feuerwehr 1934. Neben ihrer Arbeit als Brandbekämpfer sorgen die Feuerwehrleute für das gesellschaftlich-kulturelle Leben in ihren Orten. Zu den Veranstaltungen, die mit Unterstützung der Feuerwehr organisiert weRden, gehören das Osterfeuer, das Maibaumaufstellen und der Spieleabend. Außerdem wird aus geselligem Anlass, zu dem die Bürger zusammenkommen, in jedem Jahr von den Feuerwehrleuten ein Schwein am Spieß gebraten, berichtet der Wehrleiter.

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)

Seit 90 Jahren Gesang und Gemeinschaft

Jeggelebener Sänger feiern Jubiläum

Seit 1921 gib es in Jeggeleben den Männergesangsverein. Die Sänger haben sich der Pflege des deutschen Liedgutes und der Gemeinschaft verschrieben. Auch moderne Stücke gehören zum Repertoire, das ständig erweitert wird. In der Region ist der Chor eine feste Größe bei der Gestaltung von Kulturveranstaltungen und Festen. Momentan hat der Gesangsverein 20 aktive und 9 passive Mitglieder. Wie viele Chöre hat auch der Jeggelebener ein Problem mit einem zu hohen Durchschnittsalter seiner Aktiven wie Vorsitzender Gunter Schulz erklärt. Das älteste Mitglied ist mit fast 80 Jahren Dieter Schulz. Das Durchschnittsalter liegt bei 69 Jahren. Jeder, der Lust hat, sich der Sängerschar unter Leitung von Cornelia Jung anzuschließen, ist zu den Proben jeden Donnerstag ab 19:30 Uhr im Zierauer Feuerwehrhaus gern willkommen. Das Alter spiele dabei keine Rolle, so der Vorsitzende. Das Alter des Chores aber schon, den das 90-jährige Bestehen soll natürlich gefeiert werden. Am 25. September will der Gesangsverein mit acht Gastchören in Winterfeld ein Sängerfest feiern.

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)

Eine Feine Sache

Ausflugslokal ist in der ganzen Altmark bekannt

Ein beliebtes Ausflugsziel, Ort für Feiern und Veranstaltungen: Das ist die Gaststätte Feine Sache an der ehemaligen Bahnstrecke zwischen Jeggeleben und Badel. Das Tiergehege der 1954 eröffneten Ausflugsgaststätte zog und zieht besonders an den Wochenenden viele Gäste an. Auf den Weiden grasen Schafe, Lamas und andere Tiere. Berühmt was das Tiergehege in der gesamten Altmark wegen seiner Braunbärenzucht. Gäste aus nah und fern kamen nach „Feine Sache“, um sich die Tiere anzuschauen und auf dem weitläufigen Gelände mit Terrasse , Freilichtbühne und Springbrunnen einen schönen Nachmittag zu verbringen. Gegründet von Rudolf Heitmann, der einst die Bahnhofswirtschaft von Zierau/Mösenthin betrieb, führten seit 1974 Ute Heinecke und ihr Mann Hans-Jürgen die Gaststätte. Nach dem Tod ihres Mannes hat Ute Heinecke ihre Tochter Simone beim Betreiben des Ausflugslokals an ihrer Seite.

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)

Zierau

Das Wahrzeichen Zieraus

Mühlenverein erhält technisches Denkmal

Sie ist das Wahrzeichen Zieraus. Die Bockwindmühle aus dem Jahr 1755 zieht jährlich hunderte Besucher in den beschaulichen Ort. Zum Mühlentag am Pfingstmontag und zum Tag des offenen Denkmals können sie die Mühle in Aktion erleben. Sie hören dann das Ächzen der hölzernen Mühlenflügel, sehen die großen Mühlsteine in Bewegung und riechen das Getreide und das Holz. Dass Geschichte so erlebbar wird, ist dem Zierauer Mühlenverein unter Vorsitz von Hans-Georg Wagner zu verdanken, der seit Jahrzehnten für den Erhalt der Windmühle kämpft. Den Grundstein dafür hatte einst die LPG gelegt. Nach der Wende sprang der Verein ein und schaffte es, das technische Denkmal der Nachwelt zu erhalten. Erst in den zurückliegenden Jahren konnten dank Fördergeld verschiedene Sanierungsmaßnahmen realisiert werden. So sind 2007 die Flügel erneuert worden. „2007/2008 war dann auch die Außenhaut dran“, berichtete Wagner. Doch an so einem alten Bauwerk wie der Mühle, gibt es immer etwas zu tun, weshalb die Vereinsmitglieder auch schon wieder Pläne haben, wie das Gesicht der Mühle, der sogenannte Sterz, verjüngt werden kann. Eine weiteres Vorhaben ist bereits sichtbar. Das hölzerne Gerüst für eine Schützhütte ist errichtet und soll in diesem Jahr, sobald das Holz vorhanden ist, Wände und Dach erhalten. Es habe sich gezeigt, das die bisherigen Unterstellmöglichkeiten nicht ausgereicht haben. „Ob Sonne, Wind oder Regen, die Gäste nutzen gern die Hütte“, so Wagner. Eine der vorhandenen Sitzgelegenheiten auf dem Gelände sei auch vor kurzem eingestürtzt, so das Ersatz her musste. Vor allem Sven Mol, Mario Stock und Robert Wagner haben sich für das Projekt eingesetzt. Spenden dafür sind jederzeit willkommen, so der Vereinschef.

Die Mitgliederzahl liegt konstant bei mehr als 100. Momentan sind es 104 Männer und Frauen, die sich dem Mühlenverein angehörig fühlen. Die Jahreshauptversammlung ist in Vorbereitung, berichtet der Vorsitzende. Der Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben.

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)

Sallenthin

Präperator mit Liebe zum Tier

Sallenthiner ist mehrfacher Europa-und Weltmeister in seinem Fach

Er liebt es, die Natur und das Verhalten von Tieren in ihrem natürlichen Umfeld zu beobachten. Vielleicht gelingt es dem Tierpräperator Thomas Bauer deshalb so gut, seine Präperate so aussehen zu lassen, als hätte der Betrachter ein lebendiges Tier vor sich. Seine Kunstfertigkeit in seinem Beruf brachte dem Sallenthiner schon mehrere Europa- und Weltmeistertitel. Wer in sein Haus kommt, kann dort seine Kenntnisse heimischer Tiere überprüfen. Ob Rotmilan, Wiesel, Mufflon oder Fischotter: Es gibt nur wenige europäische Wildtierarten, die der Präperator noch nicht für die Nachwelt erhalten hat. Sein großes Ziel ist es, die Tiere möglichst natürlich aussehen zu lassen. Das beginnt bei der Körperhaltung und hört beim Gesichtsausdruck auf. Speziell nach anatomischen Gesichtspunkten gefertigte Kunstoffkörper bilden das Grundgerüst. “ Die Proportionen müssen stimmen“, so der Sallenthiner. Da dies bei vorgefertigten Modellen nicht unbedingt der Fall ist, stellt der Präperator selbst Formen her. Dies ist sehr aufwendig und nimmt viel Zeit in Anspruch. Hauptsächlich gehören Jäger zu seinen Kunden, die Trophäen präpariert haben wollen. Aber auch Fallwild landet auf seinem Tisch. Spielende Füchse , ein Braunbär, der einst in einem Gehege lebte, oder der Kopf eines Muffelwidders, der einen mit ruhiger Zuversicht anschaut, sind momentan besonders beeindruckende Präperate in dem Sallenthiner Atelier.

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)