Güssefeld

Die Ortschaft im Überblick

  • ZUGEHÖRIGKEIT: Die Ortschaft Güssefeld ist ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Stadt Kalbe (Milde)
  • LAGE: Güsselfed liegt etwa zehn Kilometer Luftlinie nördlich von Kalbe und hat keine Ortsteile
  • Das Dorf befindet sich an der Augrabenniederung und ist umgeben von einem ausgedehnten Niederungsgebiet, sowie Wäldern und Felder, der höchste Punkt beträgt 53 Meter über dem Meeresspiegel.
  • EINWOHNERZAHL: 229 Einwohner
  • FLÄCHE: 11,11 km²
  • ORTSBÜRGERMEISTER: Herr René Seibel
  • FREIWILLIGE FEUERWEHR Güsselfed: Ortswehrleiter René Seidel
  • SOZIALE EINRICHTUNGEN: Mehrzweckgebäude zu Nutzung für private und gemeindliche Veranstaltungen
  • KIRCHENGEMEINDE: Kirchspiel Güssefeld, zuständige Gemeindepädagogin Gesine Rabenstein, Kirchratsvorsitzende Melissa Schmidt

Wissenswertes

Güssefeld liegt ca. 25 km südöstlich der Kreisstadt Salzwedel, 8 km von Kalbe (Milde) und ca. 7 km westlich von Güssefeld verläuft die Bundesstraße 71. Güssefeld ist ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Stadt Kalbe (Milde).

Zur Ortschaft gehört der Wohnplatz Dammkrug.
Aufgrund der Lage am verkehrstechnisch bedeutenden Dammkrug im Augrabental hatte Güssefeld jahrhundertelang eine wichtige Funktion inne. Ausschließlich über den Damm konnte die Handelsstraße in Richtung Norden nach Salzwedel, Lüneburg und Hamburg erreicht werden. Im Dreißigjährigen Krieg kam es zu schweren Zerstörungen; Güssefeld fiel den über den Werder ziehenden Truppen zum Opfer.

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)

Aktive Arbeit sorgt für hohes Niveau

Feuerwehr besteht schon seit 1896

Die Güssefelder Feuerwehr besteht schon sehr lange. Bereits 1896 wurde sie gegründet und ist heute noch ein Aktivposten im Dorf. Die Wehrmitglieder sind stets zu Stelle, wenn es etwas zu helfen gibt. Sie organisieren das Osterfeuer und stellen den Maibaum auf. Auch spontane Aktionen, wie eine Rodelparty, haben sie schon auf die Beine gestellt. Für ihre eigentliche Aufgabe, den Brandschutz, sind sie bestens gerüstet. 22 aktive Mitglieder, um ihren Chef René Seibel arbeiten in der Feuerwehr mit, sechs sind in der Altersabteilung. Die Aktiven verfügen über einen hohen Ausbildungsstand. So gibt es gleich drei Wehrleute, die die Qualifikation Leiter einer Feuerwehr besitzen. Weiterhin gibt es einen Zug- und vier Gruppenführer sowie drei Maschinisten. Im vergangenen Jahr ist die Wehr neunmal ausgerückt, und auch in diesem Jahr gab es schon zwei Einsätze. Im Jahr 1988/89 gebauten Gerätehaus, das 2006 erweitert wurde, steht ein Löschfahrzeug (LF) 8/10. Stolz sind die Wehrmitglieder auf ihre historische Handdruckspritze. Zweimal im Monat treffen sie sich zu ihren Diensten und einmal zur Versammlung.

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)

Anlaufpunkt für Reisende

Güssefeld, im Augrabental gelegen, war einst ein wichtiger Anlaufpunkt für Handelsreisende, die auf der Salz- und Heerstraße unterwegs waren. In Richtung Norden führte sie ihr Weg über einen Damm in der moorigen und sumpfigen Umgebung zu dem Ort, viele legten einen Stopp am Dammkrug ein. Schwere Verwüstungen gab es im Dreißigjährigen Krieg, als feindliche Truppen auf der Heerstraße entlangzogen. Die romanische Feldsteinkirche aus dem 12. Jahrhundert ist dreischiffig. Sie ist mit Wandmalereien und einem Kanzelaltar ausgestattet. Besonders wertvolle Baudenkmäler sind auch die Friedhofsmauer aus Feldsteinen und das gotische backsteinerne Eingangstor, an denen in den zurückliegenden Jahren umfangreiche Sanierungsarbeiten erfolgten. Güssefeld war bis Ende 2008 eine eigenständige Gemeinde und gehörte der Verwaltungsgemeinschaft Kalbe und später zum Schlauchgebilde Arendsee-Kalbe. Zum 1. Januar 2010 schloss sich die Gemeinde mit der Stadt Kalbe, Altmersleben, Kahrstedt, Neuendorf, Wernstedt und Winkelstedt zur Großgemeinde Stadt Kalbe zusammen. Diese ging zum 1. Januar 2010 in der Einheitsgemeinde Stadt Kalbe (Milde) auf, zu der die Ortschaft jetzt gehört.

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)

Wo einst der alte Fritz geschlafen haben soll

Aus dem ehemaligen Ausspann ist eine Reiterhof zum Auspannen geworden

Der alte Dammkrug hat eine lange Geschichte. Im 15. Jahrhundert war er ein Ausspann. „Wenn die Kutschen über den Damm von Thüritz gekommen sind, haben sie hier Rast gemacht“, erzählt die heutige Inhaberin Melissa Schmidt. Der Krug habe günstig an der alten Salzstraße und später an der Heerstraße gelegen. 1627 sei der Krug bei einem Gewitter niedergebrannt. Er wurde wieder aufgebaut, und es entstand auch eine Poststation. Außerdem soll der Alte Fritz dort geschlafen haben. Seit rund 300 Jahren gebe es Gastronomie auf dem Dammkrug. Auch sie erinnere sich, wie sie als Kind immer dort eingekehrt sei und Fassbrause getrunken habe. Aber die schönsten Geschichten erfährt sie bei Festen. „Unsere Gäste erzählen uns, was hier früher los war“ sagt Melissa Schmidt, „wie sie zum Beispiel von Konsumveranstaltungen kamen, und dann hier noch weitergefeiert haben.“ Die Gastronomie bestand bis Mitte der 80er Jahre. Außerdem war der Hof bis zu diesem Zeitpunkt eine Deckstation. „Bis dahin war Leben hier“, sagt Melissa Schmidt. Solange hatte Lisette Plank die Gaststätte betrieben. 1999 ersteigerte Melisse Schmidt das Areal. Dazu gehören heute 7000 Quadratmeter Grundstück und fünf Hektar Weide-und Ausrittfläche. Sie baute dort mit Jens Wede einen Reiterhof auf. Kinder und Jugendliche können in Güssefeld Ferien auf dem Pferdehof verbringen. Neben normalen Betten gibt es auch die Möglichkeit, im Heu zu Schlafen. Melissa Schmidt betreibt dort ein kleines Café. Die Reitanlagen nutzt auch der Reit-und Fahrverein mit.

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)