Brunau und Plathe

Die Ortsteile im Überblick

  • LAGE: Brunau liegt zirka 13 Kilometer nordöstlich von Kalbe, zwischen Jeetze und Packebusch im Westen und Osten, sowie Kerkau und Vienau im Norden und Süden
  • FLÄCHE: 16,05 km²
  • HÖHE: 37 Meter über dem Meeresspiegel
  • EINWOHNERZAHL: 541
  • PLATHE: 115
  • ORTSBÜRGERMEISTERIN: Frau Ortrun Cyris
  • SOZIALE EINRICHTUNGEN: Grundschule Wilhem Busch; Kinder-Eltern-Zentrum; Kindertagesstätte Waldspatzen; Hort Brunau
  • KIRCHENGEMEINDE: Förderverein St. Martinskirche; zuständiges evangelisches Pfarramt Jeetze, Pfarrer Hans-Christof Rösner

Eine besondere Sage rankt sich um Brunauer Kirche

Kirche bei Nacht

Wie der Turm zu den zwei Spitzen kam

In dem Buch „Altmärker Sagenschatz“, gesammelt vom Lehrerverband der Altmark, 1908 erschienen, stehen viele Geschichten über Brunau.

Über das Dorf Brunau mit seiner einzigartigen Kirche gibt es eine Sage zu berichten. Allerdings wurden in den Sagensammlungen gleich zwei verschiedene Versionen festgehalten. Über den Ursprung des Brunauer Kirchturms erzählt die Sage folgendes: Vor vielen Jahren wohnten in dem benachbarten Dörfchen Plathe zwei adlige fromme Gutsdamen, die weit und breit bekannt waren. Beide fassten den Entschluss, auch dem Dörfchen Brunau ihre Gunst durch den Bau einer Kirche zu zeigen. Bald entstand das geplannte Gotteshaus. Aus gewaltigen Feldsteinen wurde der massive Bau zusammengefügt. Bis über die Schalllöcher war der Bau bereits vollendet, als die Erbauerinnen in Meinungsverschiedenheiten gerieten, da die eine einen runden, die andere dagegen einen eckigen Turm zu bauen wünschte. Damit nun der Turm nicht unvollendet blieb, baute jede in ihrem Sinne weiter. So kam es, dass der Turm zwei Spitzen erhielt.

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)

Brunau St. Martin Kirche

Kirche in Brunau

Das kulturgeschichtlich und architektonisch wichtigste und auffälligste Bauwerk ist die St. Martinskirche. Sie wurde um 1200 im romanischen Stil aus Feldsteinen errichtet und erhielt später auf dem Querturm zwei unterschiedliche Turmhelme, einer rund und der andere achteckig, aus Backstein im gotischen Stil. Diesen Umstand schreibt die Legende zwei Töchtern des Geschlechts derer Alvensleben aus Plathe zu, die sich nicht über die Form des Turmhelms einigen konnten. Schließlich ließen sie sich je einen Turm errichten.

Nach 1875 wurde die Kirche restauriert, Schiff und Chor im Stil der Neugotik neu erbaut und eine Orgel installiert. Aus der Frankenzeit stammt möglicherweise der Taufstein und aus dem 16. Jahrhundert die Figur des St. Martin zu Pferd mit Bettler neben dem Chor.

Seit 2009 hat die Brunauer St. Martinskirche wieder Bronzeglocken statt der im zweiten Weltkrieg hergestellten Gußeisenglocken. Eine Gußeisenglocke wird zur Erinnerung vor der Kirche aufbewahrt.

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)

Folkloregruppe

Traditionen pflegen

Seit 28 Jahren gibt es sie: die Folkloregruppe Brunau. Und seitdem haben die Mitglieder den kleinen altmärkischen Ort nicht nur in der Region, sondern auch in ganz Deutschland etwas bekannnter gemacht – vor allem bei Auftritten mit anderen Vereinen. „Wir repräsentieren den Ort“, weiß die Vorsitzende, die seit zwei Jahren im Amt ist. Sie ist sich bewusst, dass die Arbeit der Folkloregruppe nicht alleine zu stemmen ist. Hilfe bekommt sie auch von ihren Mitgliedern. Die Frauen aus Brunau und den umliegenden Orten haben das Anliegen, allgemein das deutsche und im Speziellen das altmärkische Brauchtum zu pflegen. Dazu gehören neben Volksliedern und -tänzen auch die Mode der vergangenen Jahrzehnte.

Bei Schauen präsentieren die Frauen Trachten, Kleider und Accessoires. Diese sind angelehnt an historischen Vorbildern. Das älteste Modell ist aus dem Jahre 1871. Höhepunkt im Vereinsleben sind vor allem die Auftritte bei Hochzeiten, Geburtstagen und Jubiläen. Auch beim Hansefest in Salzwedel oder verschiedenen Festen in der Region war die Folkloregruppe mit einem Programm vertreten. Über fehlenden Nachwuchs müssen die Frauen nicht klagen. Das jüngste Mitglied ist 5 Jahre alt und das älteste Mitglied 85 Jahre alt. „Wir sind zwar nicht mehr die jüngsten, aber temperamentvoll“, sagt die Vorsitzende. Als großes Ereignis steht in zwei Jahren das 30-Jährige vor der Tür. Im Herbst wollen die Frauen eine Spinnstube gestalten, um das alte Handwerk aufleben zu lassen.

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)

Spinnfrauengruppe

Handarbeit verbindet

Das alte Handwerk der Spinnerei pflegen und die Traditionen bewahren – das haben sich 23 Frauen der Brunauer Spinngruppe auf die Räder geschrieben. Jeden vierten Donnerstag im Monat treffen sich die Hobbyspinnerinnen in den Räumen hinter dem alten Verwaltungsgebäude, um ihrer Leidenschaft nachzugehen. Seit nunmehr zehn Jahren kommen die Frauen aus Brunau, Mehrin, Plathe, Stendal, Kossebau, Kleinau, Beese, Salzwedel und Packebusch zusammen. Ihr Hobby zeigen sie auch gerne der Öffentlichkeit, ob bei Festen der Region oder eigenen Spinnfesten. Die Spinnräder, mit denen meist Schafwolle verarbeitet wird, sind teilweise über 100 Jahre alt. Jacken, Mützen, Socken und andere Textilien stricken die Frauen, erzählt die Leiterin der Gruppe.

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)

Sportverein Brunau 06

Nachwuchs fördern

Der Sportverein gehört zum Ort dazu wie die Kirche mit ihren zwei Spitzen. Seit 1906 verbindet er Sport und Gesellschaft, und ermöglicht es , sportlich interessierten Einwohnern aktiv zu sein. Der SV unterteilt sich in fünf Abteilungen. Ganz vorne dabei die erste Fußballmannschaft. Auch eine Altherrenmannschaft ist aktiv. Zum Verein gehört zudem die Abteilung Tischtennis. Ältere Herrschaften können sich beim Seniorensport vergnügen. Aushängeschild ist vor allem die Jugendarbeit: Die Spielegemeinschaft ABMS (Arendsee-Brunau-Mechau-Sanne) umfasst elf Jugendmannschaften von der G-bis A-Jugend und besteht im dritten Jahr. Nachwuchsgewinnung wird beim SV groß geschrieben: 54 kleine Kicker, 14 mehr als noch 2009, sind beim SV angemeldet. Insgesamt sind 176 aktive und passive Mitglieder im Verein.

Quelle: Volksstimme (Serie: „Kalbes schöne Dörfer“)